Fotokiste
Eins von fünf Geschwistern. Nicht klein, nicht groß, genau dazwischen. Ein Sandwich-Kind. Was war meine Rolle? Was mochte ich wirklich und was habe ich nur gemocht, weil meine großen Geschwister es cool fanden? Wir haben Jahrzehnte unter einem Dach gelebt und trotzdem unterscheiden sich unsere Erinnerungen, unsere Realitäten extrem.
TED(dy) Talk
Für die Kreation meiner Werke habe ich viele Stunden damit verbracht die alten Fotokisten meiner Mutter zu durchforsten. Ich habe nach Fotos gesucht in denen ich in der kleinen Stefanie die heutige Frau wiederkenne. Ich wusste immer, dass ich eigentlich gar nicht schüchtern bin und trotzdem habe ich das Label groß auf meiner Stirn getragen, bis in die späten 20er.
Material: Acrylfarbe auf Holz
Masse: 23cm x 28cm
Entstehungsjahr: 2026
Pommes 1995
Hier füttert mich meine Cousine im Strandkorb auf Wangerooge mit Pommes. Ich weiß noch genau, wie das Geschäft und der Mann, der damals dort arbeitete, aussah.
Material: Acrylfarbe auf Holz
Masse: 18cm x 13cm
Entstehungsjahr: 2026
Kettcar
Mama und ich auf einem Spaziergang auf Wangerooge. Meine großen Geschwister waren garantiert schon meilenweit vor uns in ihren coolen "große Kinder Kettcars".
Material: Acrylfarbe auf Holz
Masse: 18cm x 13cm
Entstehungsjahr: 2026
Tut mir Leid 2001
Ich war nur beim Reitunterricht, weil ich dich beeindrucken wollte. Ich bin gar kein Pferdemädchen. Es sei denn, die Pferde sind aus Porzellan, Plastik, Stein oder Stoff. Gemalt oder als Karussell finde ich sie auch ganz toll.
Material: Acrylfarbe auf Holz
Masse: 18cm x 13cm
Entstehungsjahr: 2026
Wangerooge 1994
Meine zweite Heimat. Auf dem Foto: meine beiden großen Geschwister und ich. Unsere kleinen Geschwister gab es damals noch nicht.
Die Bimmelbahn auf Wangerooge, die Inselgäste vom Anleger in den Ortskern befördert, ist eine Ikone meiner Kindheit. Im Mutterleib, im Kinderwagen, auf den eigenen zwei Beinen – seit 35 Jahren fahre ich mindestens 2 Mal pro Jahr mit dieser Bahn, die mich verlässlich, mit 20km/h an meinen Lieblingsort bringt.
Material: Acrylfarbe auf Holz
Masse: 50cm x40cm
Entstehungsjahr: 2026
Wohnzimmer 1998
Jetzt gibt es meine kleinen Geschwister. Ich bin 7. Ich bin in der Mitte. Mein ganzes Leben lang. Geschützt von oben und unten. Aber auch ein bisschen zerrissen. Wo gehöre ich hin? An wem orientiere ich mich?
Bei Streitigkeiten wurde ich oft zum Puffer in der Mitte, unparteiisch, unauffällig. Alle mögen mich. Ich bin nicht der Grund für Unmut. Ich erinnere mich daran, dass wir viel geteilt haben. Aber dabei gab es stets feste Regeln. So durfte ich die Barbies meiner großen Schwester in der Vitrine betrachten und sogar heraus nehmen – aber sonst nichts! Ihr könnt euch vorstellen, dass das Folter war. Ich wollte spielen! Aber alleine der Gedanke daran, den Unmut meiner Geschwister auf mich zu lenken, war nicht auszuhalten. Meine Hände waren gebunden. Ich hab mich dann in mein Zimmer zurückgezogen und hab Playmobil aufgebaut. Und wenn die Luft wieder rein war, bin ich zu Mama gelaufen und hab "Guck mal" gerufen und sie an der Hand in mein Zimmer geführt. Ich war so stolz. "Guck mal" ist auch heute noch so ein Ding. Nur gucken heute direkt mehrere 100 Menschen.
Material: Acrylfarbe auf Holz
Masse: 50cm x40cm
Entstehungsjahr: 2026
Türsteher 1998
Existiert von euch auch ein Foto als Kind mit Tigerschminke? Mit Tigern hätte ich mich damals wahrscheinlich am allerwenigsten identifiziert. Mein Bruder hat mich als Teenager mal Chamäleon genannt. Er meinte das als Kompliment und ich glaube, er hat das gesagt, weil ich immer bunte Haare hatte. Aber tatsächlich bin ich in der Kindheit in viele verschiedene Rollen geschlüpft, habe Stile ausprobiert und Looks, aber kam mir immer verkleidet vor, egal wie sehr ich es versuchte. Das Gefühl hinter einer Milchglasscheibe zu leben und es nicht zu schaffen das wahre Ich zu zeigen, hat zu großer Frustration geführt. Der Tiger war lange Zeit eingesperrt. Das ist heute anders.
Gemälde
Material: Acrylfarbe auf Holz, Käfig
Masse: Gemälde 10cm x 10cm, Käfig
Entstehungsjahr: 2026

